In einer einjährigen Studie zerstört Ultraschall 80 Prozent der Prostatakarzinome.

Die Behandlung von Prostatakrebs mit traditionellen Mitteln wie Operation oder Strahlentherapie birgt gewisse Risiken, wobei einige Patienten neben anderen unerwünschten Nebenwirkungen auch Impotenz, Harnprobleme und Darmbeschwerden haben. Sichere und weniger invasive Behandlungsmöglichkeiten könnten jedoch bald auf dem Tisch liegen, einschließlich einer neuartigen MRT-gesteuerten Ultraschalltechnik, die in einer einjährigen Studie bei 80 Prozent der Probanden signifikante Krebserkrankungen eliminierte.

Die neue Technik heißt MRI-guided transurethral ultrasound ablation (TULSA) und wird seit einigen Jahren entwickelt. Bei der minimal-invasiven Technologie handelt es sich um einen Stab, der über die Harnröhre in die Prostata eindringt und stark kontrollierte Schallwellen abgibt, um krankes Gewebe zu erwärmen und zu zerstören, während gesundes Gewebe unversehrt bleibt.

Diese Wellen kommen von 10 Heizelementen, die in die Länge der Stange eingebaut sind, um die gesamte Prostata zu behandeln. Ein Algorithmus steuert, welches dieser Elemente die Schallwellen zusammen mit ihrer Form, Richtung und Stärke zu einem bestimmten Zeitpunkt abgibt. All dies geschieht in einem MRT-Gerät, so dass der Arzt genau beobachten kann, welche Gewebe wie stark erhitzt werden.

„Im Gegensatz zu anderen Ultraschallsystemen auf dem Markt können Sie den Ablationsprozess des Ultraschalls in Echtzeit überwachen und erhalten sofort eine MRT-Rückmeldung über die Wärmedosis und Wirksamkeit“, sagt Dr. Steven S. Raman, Co-Autor der Studie, Professor für Radiologie und Urologie an der University of California in Los Angeles. „Es ist ein ambulanter Eingriff mit minimaler Erholungszeit.“

Raman und sein Team haben kürzlich TULSA in einer Studie mit 115 Männern mit Prostatakrebs mit geringem oder mittlerem Risiko getestet, die auf die Drüse beschränkt war. Die TULSA-Behandlung wurde der gesamten Drüse durchschnittlich 51 Minuten lang verabreicht, wobei die Krebserkrankungen 12 Monate später neu bewertet wurden.

Diese Folgebeobachtungen zeigten einige sehr vielversprechende Ergebnisse. „Klinisch bedeutsamer Krebs“ wurde bei 80 Prozent der Probanden ein Jahr nach der TULSA-Behandlung vollständig eliminiert. 65 Prozent der Probanden wiesen in ihren Biopsien überhaupt keinen Nachweis von Krebs auf, während das prostataspezifische Antigen (PSA), der wichtigste Biomarker für Prostatakrebs, um einen Median von 95 Prozent reduziert wurde.

Es wurden keine Darmkomplikationen gemeldet, während die Gruppe über niedrige Raten der schweren Toxizität, niedrige Raten der Impotenz und nahezu keine Inkontinenz (unfreiwilliger Urinverlust aus der Blase) berichtete. Darüber hinaus kann die Technik auch zur Behandlung anderer gutartiger Erkrankungen, wie z.B. einer Prostatavergrößerung, eingesetzt werden.

„Es gibt zwei sehr einzigartige Dinge an diesem System“, sagt Raman. „Erstens können Sie mit viel mehr Feingefühl kontrollieren, wo Sie behandeln werden, um Kontinenz und sexuelle Funktion zu erhalten. Zweitens können Sie dies sowohl für diffusen als auch für lokalisierten Prostatakrebs und gutartige Krankheiten, einschließlich gutartiger Hyperplasie, tun.“

Die Wissenschaftler arbeiten nun an weiteren Studien, um diese spannenden Ergebnisse zu unterstützen. Da TULSA bereits für den klinischen Einsatz in Europa zugelassen ist und die FDA vor kurzem die Zulassung als sicher und wirksam für die Behandlung der Prostata in den USA erhalten hat, besteht die Hoffnung, dass es in naher Zukunft den klinischen Einsatz in den USA erreichen könnte.

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